Volles Haus, eine rege Podiumsdiskussion und der Filmemacher Dieter Wieland (links), der einen eindringlichen Appell an die Gäste und den neuen Oberbürgermeister Alexander Putz richtete: das Jahrestreffen des Denkmalnetzes sendete eine starkes Signal. - Stephanie Heyl

Jahrestreffen des Denkmalnetzes Bayern in Landshut setzt Impulse - lokal und überregional

Beim Jahrestreffen des Denkmalnetzes Bayern tauschten sich am 29. Oktober 2016 in Landshut über 80 engagierte Denkmalschützer aus. Höhepunkt war eine von der BR-Filmemacherin Dr. Sybille Krafft moderierte Podiumsdiskussion mit dem neuen Oberbürgermeister Alexander Putz, Altstadtfreunde-Vorsitzenden Josef Wiesmüller, Landesdenkmalratsmitglied Thomas Habermann und Denkmalinvestor Rudi Napholtz, der es sich nach eigener Aussage mangels Geld nicht leisten kann, Gebäude leerstehen zu lassen.

Dieter Wieland - um ein spontanes Schlusswort gebeten - appellierte an OB Putz, sich für Denkmäler nicht nur sachlich einzusetzen, sondern mit Liebe, und vor allem auch für die Kleinen, „denn die Kleinen machen die Großen groß“.

Bei zwei Stadtführungen zeigten die Freunde der Altstadt Landshut e. V. gelungene Beispiele für den Umgang mit Denkmälern. Anschließend stellten sich drei Denkmalnetz-Initiativen vor: Ursula Beyer vom Heimat- und Kulturverein Pfaffenhofen a. d. Ilm befürchtet am Marktplatz ihrer Stadt den schleichenden Verlust des Ensembles. Florian Grüning von den Münchner Altstadtfreunden zeigte beeindruckende Bilder der ehemaligen Tierklinik am Englischen Garten. Über Petitionen beim Bayerischen Landtag versuchen die Altstadtfreunde die hochwertigen - nicht denkmalgeschützten - Bauten zu retten, die durch Neubauten des Freistaats gefährdet sind. Dr. Karl Hoffmann stellte die Initiative Münchner Architektur und Kultur vor, die sich in die architekturpolitischen Diskussionen der Stadt einbringt.

Im Rahmen des Jahresrückblicks des Denkmalnetzes stellte Meike Gerchow die AG München vor. Sie regte an, weitere Arbeitsgemeinschaften räumlich benachbarter Initiativen zu gründen. Die AG Politik veröffentlichte schließlich das Papier "15 Punkte für eine bessere Denkmalpflege in Bayern". Mit einer Reihe konkreter Verbesserungsvorschläge will das Denkmalnetz damit aufzeigen, wie die Rahmenbedingungen für den Schutz des baukulturellen Erbes wieder entscheidend verbessert werden können.

Veröffentlicht am: 06.11.2016